OLG Celle: Hartes Foul im Fußball ist als Körperverletzung strafbar.

OLG Celle: Hartes Foul im Fußball ist als Körperverletzung strafbar.

Das OLG Celle hat entscheiden: Ein besonders hartes Foul im Sport kann eine strafrechtlich zu ahndene Körperverletzung sein. Im hier streitgegendständlichen Fall war das „Opfer“, ein Spieler in der Fußball-Kreisklasse nach der Attacke seines Gegenspielers acht Wochen arbeitsunfähig.

 Mit Berufungsurteil vom 28. November 2019 hatte die 6. kleine Strafkammer des Landgerichts (LG) Hannover einen Fußballspieler wegen eines grob regelwidrigen Foulspiels zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt. Nunmehr hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle die gegen dieses Urteil gerichtete Revision des Angeklagten verworfen (Beschl. v. 18.06.2020, Az.: 36 Ns 97/19). Das Urteil des LG ist damit rechtskräftig.
Entscheidend war im Verlauf des Verfahrens vor allem die Frage, ob dem angeklagten Amateurfußballer ein vorsätzliches Handeln nachzuweisen war, er also eine Verletzung seines Gegenspielers jedenfalls billigend in Kauf genommen hatte. Nach den Feststellungen des in erster Instanz entscheidenden Amtsgerichts setzte der Mann in der 80. Spielminute des Fußballspiels der Kreisklasse zu einem „Frustfoul“ an, weil seine Mannschaft mit 1:5 zurücklag und sich durch den Schiedsrichter benachteiligt fühlte.  Im Zuge der Urteilsbegründung hatte die Kammer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt, keinesfalls sei damite eine allgemeine Kriminalisierung des Breitensports oder des körperbetonten Spiels in der Kreisklasse verbunden. Aufgrund der Härte des Einsteigens musste der nach Auffassung der Gerichte aber damit rechnen, seinen Gegner potenziell schwer zu verletzen. Das überschreitet die Grenzen des im Sport zulässigen Verhaltens. Nach Ansicht des Gerichts war das Foul ungewöhnlich brutal gewesen, zum anderen seien die Verletzungen des Gegenspielers ungewöhnlich schwer.

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